Morse-Telegrafie -ein faszinierendes Hobby DK9VZ bestand am 8.7.1977 seine Lizenzprüfung als Funkamateur der damaligen Lizenzklasse C (ohne Morsekenntnisse). Am 30. Oktober 1979 folgte dann die "Aufrüstung" auf die heute höchste Lizenzklasse 1, durch eine Telegrafie-Prüfung mit Gebe- und Hörtempo 60 Zeichen/Buchstaben pro Minute (BpM) oder umgerechnet 12 Wörter pro Minute (WpM). Inhaltsverzeichnis:
1. Alles begann mit Samuel F. B. Morse (1791 - 1872)
Samuel Finley Breeze Morse war ein bekannter Maler. Seine Karriere als Amateur-Wissenschaftler sollte jedoch seinen Bekanntheitsgrad als Maler weit übertreffen.Die Versuche seines Freundes Joseph Henry, der 1831 zum ersten Mal elektrische Impulse über Drähte weiterleitete, waren für Morse so faszinierend, daß ihn diese "neue Wissenschaft" so schnell nicht mehr loslies. Er verfolgte das Ziel, basierend auf dieser Entdeckung, die Kommunikation zu revolutionieren. Bis 1835 dauerte es dann, bis er den Protoypen seines ersten Telegraphen entwickelt hatte. Dieser benutzte Magnete als Sender und Empfänger und war somit in der Lage, Signale über längere Strecken zu übertragen. Zwei Jahre später gab Morse die Malerei komplett auf und arbeitete nun ausschließlich an seiner Erfindung. Er entwickelte eine eigene Sprache, eine Folge von Punkten und Strichen, die jeweils einen Buchstaben oder eine Zahl des Alphabetes beschrieben. Alles was man nun noch benötigte war ein Netzwerk von Telegraphendrähten, um Nachrichten über große Entfernungen übertragen zu können. Als er dann auch noch den Amerikanischen Kongreß dazu brachte, der ersten Telegraphen-Fernleitung zuzustimmen, wurde ein Eisendraht zwischen den Postbüros der Städte Baltimore, Maryland und Washington, D.C. über eine Entfernung von 37 Meilen aufgebaut. Am 24. Mai 1844 wurde die erste Telegraphen-Nachricht: "What hath God wrought," erfolgreich über den ersten Telegraphendraht übertragen. Als Morse am 2. April 1872 im Alter von 81 Jahren starb, wurde sein System bereits weltweit eingesetzt und hat dem Telefon den Weg geebnet. 2. Wer war Clemens Friedrich Gerke? (1801-1888)
Am 22. Januar 2001 jährt sich der 200. Geburtstag von Clemens Friedrich Gerke. Er war der Reformator des Morsetelegrafiesystems.Seit 1851 lernen Generationen von Tastfunkern nach seinem Telegrafiealphabet. Gerke beseitigte die Schwächen in Morses ursprünglichem Code. Insgesamt elf Buchstaben und neun Ziffern stellte er um oder definierte sie neu. Da die Morsezeichen anfangs von
automatischen Schreibern notiert wurden, hat man sich erst viele Jahre später Gedanken über die Höraufnahme der Zeichen gemacht. Das urpsrünglich von Morse benutzte System hatte teilweise unterschiedlich lange Zeichen und einige Zeichen setzten sich aus anderen Grundzeichen zusammen. Das gab Anlaß zu Fehlern und war nur schwer zu erlernen. Grundlage von Gerkes System sind kurze Zeichen (die heutigen Punkte) und dreimal so lange Zeichen (die heutigen Striche). Er machte jedes Zeichen zu einem eindeutigen und nur noch schwer zu verwechselnden Unikat. Er legte auch die Zeichen- und Wortabstände fest und ließ die Ziffern einem systematischen Aufbau folgen. Nach mehreren Jahren bei der britischen Armee in Kanada konnte Gerke gut englisch und begann mit der Übersetzung von Büchern. Da er davon allein nicht leben konnte, arbeitete er u.a. ab 1848 beim elektrischen Telegrafen und er wandelte das von Morse stammende Alphabet in seine heutige Form um. Dieser reformierte Code wurde innerhalb kurzer Zeit von vielen europäischen Fernmeldeverwaltungen übernommen und später auf einem Kongress in Paris für internationale Dienste vorgeschrieben. 1888 starb Clemens Friedrich Gerke in Hamburg. Heute erinnert noch der in der Nähe seiner Wirkungsstätte stehende große Fernsehturm in Cuxhaven an sein Wirken.
Quelle: cqDL 1/2001, Funkamateur 1/2001 und postgeschichtliche Blätter 3. Durch Marconi und Hertz wird die Übertragung drahtlos
Guglielmo Marchese Marconi (linkes Bild) wurde am 25. April 1874 in Bologna geboren. Bei Vorlesungen an der Uni Bologna erfuhr er von den Hertzschen Wellen. 1894 unternahm Marconi in der Villa seiner Eltern in Bologna erste Experimente zur drahtlosen Übertragung von Signalen und innerhalb der nächsten zwei Jahre schaffte er es, immer größere Entfernungen zu überbrücken.
Am Anfang der Funkübertragung stand die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch den deutschen Physiker Heinrich Hertz (1857-1894, rechtes Bild) zwischen 1886 und 1888. Hertz bewies, daß sich die elektromagnetischen Wellen genauso verhalten, wie Lichtwellen und sich nur in den Wellenlängen unterschieden. Hertz entwickelte einen Sender und einen Empfänger und konnte durch die Erzeugung von Funken im Sender, Signale drahtlos übertragen. Hier rührt auch der Name "Funk" her, der sich bis heute gehalten hat.Marconi stützte sich bei seinen Versuchen auf die Entwicklungen von Hertz und anderen Physikern seiner Zeit. Er veränderte dabei ein wichtiges Systemelement, die Antennenanordnung. Marconi nutzte als erster eine relativ hohe Antenne und erdete sie, damit die Erde einen Teil des Antennensystems bildete. Damit konnten Langwellen abgestrahlt werden, die zum ersten Mal größere Entfernungen als die Sichtverbindung überbrücken konnten. Marconi verstand seine "Apparatur" nicht in allen physikalischen Einzelheiten, aber durch Experimentieren konnte er immer größere Distanzen überbrücken. 1896 konnte er Morsezeichen über eine Entfernung von 3 km übertragen. Nachdem er in Italien keine weitere Unterstützung erhielt, ging der 22-jährige Marconi mit seiner Mutter nach London. Dort gelang es ihm, die Post, die Marine und auch die Armee auf sich aufmerksam zu machen. 1897 führte er der britischen Post seine Erfindung in der Nähe von Bristol vor und überbrückte einen ca. 5 km breiten Meeresarm. Damit erweckte er weltweit Aufsehen. Am Anfang hatte er große Mühe, sich gegen die etablierte drahtgebundene Telegrafie durchzusetzen. Als es ihm aber um 1900 gelang, die Reichweite seiner Sendesysteme weiter zu verbessern, hatte er Armee und Marine als Kunden gewonnen. Der erste Durchbruch gelang, als Marconi und sein Team zum ersten Mal den Ärmelkanal drahtlos überbrückten. Man unternahm Versuche mit sehr langen Wellen, befestigte Langdrahtantennen an Ballons und es folgten auch Versuche mit immer kürzeren Wellen, war jedoch noch der Meinung, daß die Funkwellen, nicht der Erdkrümmung folgen würden. Im Dezember 1901 war es dann soweit. Marconi überbrückte 3400 km über den Atlantik von England nach Neufundland (Kanada). Zusammen mit dem am gleichen Thema arbeitenden deutschen Physiker Karl Ferdinand Braun erhielt Marconi 1909 den Nobelpreis für Physik. 4. Ist Morsen denn noch zeitgemäß? Uneingeschränkt ja. Die Morsetelegrafie ist im Laufe der Jahre durch technisch aufwendigere und damit auch höherwertigere Modulationsverfahren ergänzt worden. Dennoch gibt es auch heute und in Zukunft noch Situationen, in denen das Morsen für eine erfolgreiche Verbindung unbedingt benötigt wird. Solche Situationen sind zum Beispiel:
Vorteil der Betriebsart Telegrafie (CW)
(Ist das nicht ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung?) Nachteil der Betriebsart Telegrafie (CW)
5. Der internationale Morsecode In der folgenden Tabelle finden Sie alle benötigten Morsezeichen (es sind sogar mehr als für die Prüfung benötigt werden). Der Punkt stellt die Zeiteinheit dar. Alle weiteren Zeiten werden vom Punkt, dem sogenannten "dit" abgeleitet:
6. Bewährte Methoden zum CW-Lernen weiteres folgt in Kürze ...
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