Laktose - Intoleranz

Da wacht man jahrelang nachts durch plötzlich auftretende kolikartige Bauchschmerzen auf. Man hat starken, wässrigen Durchfall und im Extremfall sogar Kreislaufprobleme. Leider können sich viele Ärzte aus dieser Schilderung keinen Reim machen. Heute weiß ich, daß ich an einer Laktose-Intoleranz leide. Seit ich das weiß und damit umgehen kann, geht es mir wieder viel besser.

Beim Stöbern in Artikeln oder im Internet erfährt man dann, daß ca. 15% der Deutschen das gleiche Problem haben oder daß bis zu 70% der Weltbevölkerung das Problem ebenfalls haben sollen (weit verbreitet in Afrika und Asien) und denkt sich: Wieso weiß niemand davon? Also möchte ich mit dieser Seite über Laktose-Intoleranz informieren und Links zum Thema sammeln, sodaß Sie einen möglichst kompletten Überblick zum Thema erhalten. (z.B. habe ich obige, sehr aussagekräftige Grafik auf www.lactofit.de gefunden)


Was ist eigentlich eine Laktose-Intoleranz?

Laktose ist das wichtigste Kohlenhydrat in der Mutter- und Kuhmilch. Die LI-Patienten können keinen Milchzucker (Laktose) verdauen, weil ihre Dünndarmepithelzellen keine oder nur mehr eine verringerte Anzahl Laktase bilden. Laktase ist ein Enzym, das zur Spaltung des Disaccharids Laktose in seine Bestandteile Glucose und Galaktose benötigt wird. Nur diese sogenannten Monosaccharide werden resorbiert, also vom Körper verwertet. Fehlt Laktase, wird Laktose ungespalten im Darm weitertransportiert, bis sie später von dort vorkommenden Bakterien zu Milchsäure, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan zersetzt wird. Die Milchsäure verschiebt den pH-Wert und übt einen starken osmotischen Druck aus. Dadurch kommt es zum Wassereinstrom in den Darm, einer verstärkten Darmbewegung und als Resultat daraus zu Durchfall. Nächtliche Ruhe unter schön warmer Decke kann diesen Vorgang verstärken.


Worauf muß ich achten?

Eine oft gehörte Aussage lautet: Trinken Sie halt keine Milch mehr. Das trifft den Kern jedoch nicht. Laktose, Milchzucker befindet sich in vielen Produkten, die teilweise offensichtlich aus Milch hergestellt werden, wie z.B. Kakao, Joghurt, Käse, Kefir, Buttermilch, Sahne, Milchpulver, Speiseeis u.v.a. aber sie befindet sich auch in größeren Mengen in vielen Produkten, die auf den ersten Blick nichts direkt mit Milch zu tun haben, wie z.B. Fertigprodukte, Müsli, Ketchup, Senf, Würzmischungen, Suppen und Soßenbinder. Außerdem hat es sich in der pharmazeutischen Industrie eingespielt, Laktose als Füllmittel in Tabletten zu benutzen.

Meine Laktose-Intoleranz fiel auf, da ich nach der Einnahme bestimmter, stark laktosehaltiger Tabletten tagelang starke Bauchschmerzen und Durchfall hatte. Erst vor wenigen Tagen sollte ich wegen einer Halsentzündung ein Breitband-Antibiotikum einnehmen, bei dem der arme Apotheker fast 1/2 Stunde in seinem Computer suchen mußte, bis er ein Antibiotikum ohne Laktose gefunden hatte. Dies ist aus meiner Sicht die größte Problematik. Außerdem reagiere ich sehr empfindlich auf größere Mengen (ab ca. 0,5l) von Light-Getränken (Cola & Fanta light). Vermutlich werden die dort benutzten Zuckerersatzstoffe im Darm zu Laktose abgebaut?

Folgende Lebensmittel sollten bei Laktose-Intoleranz keine Probleme bereiten: Obst und Gemüse, Kaffee & Tee, Reis und Nudeln und ziemlich alles, das seine "Süße" aus Fruchtzucker und nicht aus Milchzucker bezieht. Außerdem ist zu beachten, daß Milchprodukte für den Menschen ein wichtiger Kalzium-Lieferant sind. Bei Einschränkung der Milchprodukte kann es leicht zum Kalziummangel und damit z.B. zu Kopfschmerzen kommen.


Was kann ich dagegen tun?

Als erstes kann Ihr Arzt mit Ihnen einen Laktose-Test durchführen. Hierbei müssen Sie einen laktosehaltigen Tee trinken und dann nach 30, 60, 90 und 120 Minuten Blut abgeben, aus dem dann die Laktose-Unverträglichkeit nachgewiesen werden soll. ACHTUNG: Auch ein solcher Test ist aus meiner Sicht nicht unbedingt aussagekräftig. Bei den Patienten wie mir, bei denen die LI sich nicht so stark äußert, kann das daran liegen, daß der Darm im Laufe der ruhigen Nacht in der Lage ist, eine gewisse Anzahl Laktase-Enzyme zu produzieren, im Laufe des stressigen Tages ist er dies jedoch nicht. So kann ich morgens zum Frühstück verschiedene Milchprodukte zu mir nehmen, die mir abends genossen, die Nacht verderben würden. Aus diesem Grund fiel ein bei mir durchgeführter Laktose-Test um 7 Uhr morgens auf nüchternen Magen negativ aus.

Leider gibt es gegen LI keine Medikamente, wie gegen eine Krankheit. Der Mensch produzierte ursprünglich Laktase nur während der Zeit, in der er von Muttermilch lebte. Erst mit der weiteren Einnahme von Milch und Milchprodukten im Tagesverlauf kam es zu einer weiteren Produktion dieses Laktase-Enzyms. Dies erklärt auch die weite Verbreitung des Problems.

Sollte der Darm also nicht mehr genügend oder keine Laktase-Enzyme mehr produzieren, bleibt Ihnen nur noch die Chance, diese Enzyme von außen, also vor jeder laktosehaltgen Mahlzeit, zuzuführen. Hierzu gibt es verschiedene Produkte, die ich hier nicht alle aufführen kann. Alle Produkte sind in Apotheken und/oder Reformhäusern rezeptfrei zu bekommen, da sie keine Medikamente sondern diätetische Lebensmittel sind. Dies ist auch der Grund, warum Krankenkassen die Bezahlung der Mittel verweigern.

Bei allen Mitteln hängt der Erfolg von der Dosierung ab. Einsteiger-Präparate, wie "Laluk" sind sehr schwach dosiert. Die Einnahme von solchen Mitteln mit einer Dosierung von 1000 bis 2000 FCC-Einheiten kann dann schnell teuer werden, da Sie größere Mengen benötigen werden. Jörn Heimberg hat laut Aussage auf seiner sehr gut strukturierten Webseite gute Erfahrungen mit dem Produkt "Lactaid" gemacht, das es in unterschiedlichen Dosierungen von 3000, 4500 oder 9000 FCC-Einheiten gibt. Ich selbst benutze, ebenso wie ein ebenfalls betroffenes Familienmitglied, das Produkt "Lactrase", das pro Kapsel eine Dosierung von 3300 FCC-Einheiten aufweist. Mir hilft die Einnahme von 1-2 Kapseln vor einer laktosehaltigen Mahlzeit, wobei sich die Dosierung nach der vermuteten Laktosehaltigkeit richtet, leider also auch fehlerbehaftet sein kann ... "Lactrase" wird von Pro Natura in Frankfurt hergestellt und kostet ca. 13,30 Euro für 100 Kapseln.




 
Hier finden Sie eine ständig erweiterte Linkliste zum Thema,
die Ihnen einen guten Gesamtüberblick geben sollte:

 
www.lactofit.de Sehr gut gemachte Seiten zum Thema
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www.laktoseintolerant.de Sehr gut gemachte Homepage zum Thema von Jörn Heimberg. Hier finden Sie außer allgemeinen Infos auch Lebenmittellisten, Bezugsquellen von z.B. laktosefreier Milch, Hinweise zu Selbsthilfegruppen in Deutschland u.s.w.
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www.netdoktor.de (1) Sehr gute medizinische Erklärungen zum Thema
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www.netdoktor.de (2) Sehr gute Erklärungen, wie der Laktose-Toleranztest abläuft und funktioniert.
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www.lactase.de Diese nicht- kommerzielle Website soll speziell zum Thema Lactose-Intoleranz informieren. Sie finden hier Informationen zu Lactose-Intoleranz und Tips um die Symptome einzugrenzen.
www.laktonet.de Das LaktoseNetzwerk - für Betroffene und Interessierte
www.stmelf.bayern.de Milchverzehr auch bei Laktose-Intoleranz; ein Tip von der Staatlichen Ernährungsberatung Bayern
www.laktoseintoleranz.exit.de Gut gemachte Seite zum Thema mit Produktdatenbank, Diskussionsforum, ausführlichen Erklärungen ...

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